Forschungsfragen

In der täglichen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Recht, Medizin, und Ethik, stößt der AKEK regelmäßig auf Fragen, welche bisher wenig oder gar nicht erforscht wurden. Diese Forschungsfragen werden untenstehend veröffentlicht. Falls Sie Interesse haben, sich im Rahmen einer Forschungsarbeit einer der genannten oder einer anderen für Ethik-Kommissionen relevanten Fragestellung zu widmen, bitten wir Sie uns über geschaeftsstelle@akek.de zu kontaktieren. Damit wollen wir Doppelforschung vermeiden.

Falls Sie eine Fragestellung bearbeiten wollen, gibt es die Möglichkeit, Vorstandsmitglieder des AKEK bzw. andere Wissenschaftler aus den Ethik-Kommissionen als Ansprechspartner, ggf. auch als Gutachter  zu gewinnen.

Die Liste wird laufend aktualisiert.

Liste aktueller Forschungsfragen

Vergleich der § 15 der Berufsordnungen für Ärzte und Ärztinnen / ggf. zusätzlich Vergleiche weiterer Landesgesetze, die sich auf die Ethikberatung auswirken

Inwiefern unterscheiden sich die §15 zur Bewertung medizinischer Forschungsvorhaben in den Berufsordnungen der 17 (Landes-)Ärztekammern? Welche Auswirkungen hat dies auf die verfahrensrechtliche Frage, ob Ethikberatung notwendig ist? Welche Unterschiede ergeben sich zwischen den Bundesländern im Umfang der Ethikberatung bzw. des Prüfungsmaßstabs aufgrund unterschiedlicher Regelungen (zB Landeskrankenhausgesetze)? Welche Unterschiede ergeben sich aus den diversen universitären Satzungen?

Fachgebiet: Jura

Studie zum Einfluss der Beratung/Prüfung durch Ethik-Kommissionen auf die Qualität der Forschungsvorhaben

Wie trägt die Beratung/Prüfung durch die Ethik-Kommissionen konkret dazu bei, medizinische Forschungsarbeiten hinsichtlich rechtlicher, ethischer, wissenschaftlicher (u.a. biometrischer) Kriterien zu verbessern? Wie lässt sich das qualitativ und quantitativ messen?

Fachgebiet: Jura, Ethik, Soziologie/Sozialwissenschaften, Medizin, Biometrie

Informierte Einwilligung in der medizinischen Forschung

Studien zum Verständnis der informierten Einwilligungen und Interventionen zur Verbesserung des Verständnisses existieren international in großer Zahl. Allerdings sind uns aus Deutschland kaum entsprechende Untersuchungen bekannt, und es kann bezweifelt werden, dass Ergebnisse z.B. aus den USA einfach auf Deutschland übertragen werden können. Die vorliegenden Studien variieren jedoch stark in der Art, wie Verständnis gemessen wird. Wie lassen sich Studien zum Verständnis standardisieren, um die Vergleichbarkeit zu steigern? Welche verschiedenen Konzepte von Verständnis müssen hier beachtet werden?

Die Anforderungen an verständliche Aufklärungsunterlagen sind gut definiert. Was sind die Gründe für deren unzureichende Umsetzung in der Praxis? Konkrete Frage: Welche Herausforderungen erschweren die Umsetzung aus der Perspektive der Forschenden/Sponsoren? Welche rechtlichen Herausforderungen stellen sich?

Wie müssen Nutzens- und Schadenspotentiale kommuniziert werden, damit Studienteilnehmer eine Abwägung und informierte Entscheidung treffen können? (z.B. quantitative Angaben, Formulierung von unter Beachtung von Framing Effekten)

Fachgebiete: Soziologie/Sozialwissenschaften, Medizin, Sozialpsychologie, Medienwissenschaft, Jura

Digitalisierung der klinischen Prüfung

Die zunehmende Digitalisierung der klinischen Prüfung bedarf dringend einer wissenschaftlichen Begleitung. So ist von großem Interesse welche Auswirkungen z.B. die Telemedizin auf die Patient-Arzt-Beziehung in klinischen Prüfungen hat, ob der Einsatz von It-Medien die Aufklärung und deren Verständnis verbessert.

Implementationsforschung

Im Mai 2021 tritt die EU Medical Device Regulation in Kraft, die EU Clinical Trial Regulation voraussichtlich Anfang 2022. Hier wäre wissenschaftliche Forschung zu der Frage wie diese Neuregelungen die Arbeit von Ethik-Kommissionen verändern und ob sich das Schutzniveau für Studienteilnehmer ändert, äußerst hilfreich.

Fachgebiete: Medizinethik, Jura, ggf. weitere